Man kann.
Zumindest sagen das die Leute, die es können.
Träume sind tatsächlich steuerbar und Trauminhalte können herbeigeführt werden, darüber hinaus kann sicher der Träumer auch bewusst sein, dass er träumt; ein interessantes Paradoxon vielleicht: zu wissen, was man träumt, und auch noch zusteuern, was passiert, kann Realität werden.
Diese besondere Form des Träumens – die übrigens sehr viele Menschen gerne beherrschen würden – nennt man Klartraum oder luzider Traum.

Klarträume sind von mehreren Faktoren gekennzeichnet, in erster Linie jedoch dadurch, dass der Träumer – während des Traums – weiß, dass er träumt; und dass er seine Entscheidungen innerhalb des Traums sowie dessen anschließenden Verlauf frei beeinflussen kann. Des Weiteren sind alle Sinne während des Träumens voll intakt: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten.
Im Anschluss an den Traum kann sich der Mensch klar an seinen Traum erinnern, und: ein luzider Traum gibt immer auch einen Sinn, zumindest versteht der Träumende, warum er diese Dinge träumt und warum sie passieren.
Steuern, was im Traum passiert?
Alles erleben, ohne physikalische oder geistige Grenzen einhalten zu müssen?
Sich daran erinnern zu können und damit die Träume auch zum Bestandteil des Lebens zu machen?
Das ist ganz sicher sehr reizvoll, nur leider ist es nicht so einfach, wie es sich aussprechen lässt.
Darüber hinaus gibt es auch Gefahren: während sehr oft Träume auch dazu da sind, Erlebtes zu verarbeiten (und wir uns daran auch gar nicht erinnern wollen), können Klarträumer Gefahr laufen, diesen natürlichen Mechanismus (eine Art Reinigung der Seele) nicht mehr in vollem Umfang nutzen zu können.
Eine weitere Gefahr besteht im “falschen Erwachen”: der Klarträumer wacht aus seinem Traum auf, befindet sich aber immer noch im Schlaf. Besonders für Klarträumer ist das falsche Erwachen anscheinend ein Problem, obwohl es nur selten auftritt.

Wer die Kunst des luziden Träumens beherrscht und die Kontrolle über seine Träume hat, kann also auch erotische Erlebnisse träumen, und das ganz bewusst und so oft, wie er will.
Wie wäre es mal mit ein bisschen Sex mit dem Chef? Oder mit der Bäckerin von nebenan?
Oder Petting auf der kleinen Wolke, während man über die Alpen fliegt?
Es ist klar, dass mit grenzenloser Fantasie auch grenzenlose Träume geträumt werden können.
Bis zu dieser Perfektion bringen es aber nur sehr wenige Träumer, so viel sei gleich schon einmal vorweg gesagt; aber möglich ist es, und das macht diese Vorstellung so faszinierend.

Die größte Herausforderung ist es, das luzide Träumen zu erlernen.
Viele, viele Jahre Training sind dafür notwendig und an dieser Stelle soll und kann auch keine vollständige Anleitung veröffentlicht werden, sondern vielmehr sollen Anfänger ein paar Tipps für den Start bekommen und die Beschäftigung mit dem Thema soll dazu anregen, vielleicht ein bisschen tiefer in die Materie einzusteigen. Tipps, Tricks, Bücher und Erfahrungen gibt es genug!
Wer das Klarträumen erlernen will, startet am besten mit folgenden einfachen Aufgaben:
Vor dem Einschlafen auf ein ganz besonderes und eingrenzbares Thema konzentrieren, beispielsweise auf das Kochen eines einfachen Gerichtes am Herd.
Das muss geschehen, wenn man schon im Bett liegt und sich bereits beruhigt hat.
Das Thema kann beliebig sein, aber man muss sich deutlich und einfach darauf konzentrieren können, es darf nicht zu exotisch oder zu komplex sein.
Mit diesen Gedanken sollte man dann einschlafen, der Übergang vom Wach- in den Schlaf- und Traumzustand sollte also fließend sein und von Gedanken zu diesem besonderen Thema bestimmt sein.
Es klappt voraussichtlich nicht beim ersten Mal; man muss diese Gedanken immer wieder wiederholen, jeden Tag, jedes Mal, wenn man einschläft. Immer wieder an die gleiche Sache denken!
Es ist sehr wahrscheinlich, dass man – irgendwann – dieses Thema auch im Traum fortsetzt.
Wenn das passiert, wird man sich auch besser dran erinnern können; zumindest aber wird man das Gefühl haben, davon geträumt zu haben. Sollte man beispielsweise aufwachen, während man von diesem Thema träumt, dann am besten das Geträumte sofort auf einen griffbereiten Zettel schreiben und die Erinnerungen festhalten!
Am nächsten Tag dieses Thema fortsetzen, vertiefen, sich daran freuen, neugierig sein, und so weiter.
Je öfter man diese Techniken anwendet und je öfter sie dadurch auch funktionieren, umso einfacher wird es werden, sich auf ein Thema zu konzentrieren, dass man später Träumen möchte. Und das können dann natürlich auch erotische Spielereien mit beliebigen Personen und in beliebigen Zusammenhängen sein.

Eine weitere Methode, das Klarträumen zu erlernen, ist das geplante Aufwachen innerhalb eines Traumes. Wie das?
Beispielsweise stellt man sich den Wecker auf ca. 5-6 Stunden nach dem Einschlafzeitpunkt.
Die Tiefschlafphase ist dann bereits vorbei, der Schlaf ist nicht mehr so fest und tief, Träume sind recht wahrscheinlich. Der Wecker wird einen dann oft “aus dem Traum herausreißen”; es empfiehlt sich für diese Methode übrigens ein sehr sanfter Wecker, denn der Weckton soll ja nur den Schlaf beenden, nicht jedoch den Traum vernichten.
Im Moment des sanften Aufwachens wird man sich häufig an das gerade Geträumte erinnern können, man wacht quasi mitten im Traum auf. Dann sofort darüber nachdenken, das Geträumte aufschreiben, darüber nachdenken und mit diesen Gedanken wieder einschlafen.
Denkbar ist, den Wecker eine halbe Stunde später erneut wecken zu lassen, wieder den Traum zu durchdenken, wieder einzuschlafen, und so fort.
Mit zunehmender Erfahrungen werden dann die Grenzen zwischen Schlaf, Traum und Wachsein zunehmend verschwimmen; das Träumen lässt sich steuern und empfinden, als sei man wach.
Natürlich muss auch diese Methode oft wiederholt, trainiert und geübt werden, bis sie zuverlässig funktioniert.
Aber schon bereits nach relativ kurzer Zeit kann man dann morgens – vielleicht sogar mehrere Male – im Traum seine erotischen Fantasien ausleben und die Wach- und Traumwelten miteinander verschmelzen lassen.

Luzide Träume sind eine große Herausforderung für alle Menschen und die Neugierde an entsprechenden Techniken ist sehr groß. Es braucht nicht nur Methode und Training dafür, sondern sicher auch ein wenig Begabung und die richtige Umgebung.
Übrigens sagen Menschen, die häufig ein kurzes Nickerchen machen, dass sie sich Träume besser merken können, als andere.
Klarträume können natürlich auch mit erotischen Fantasien gefüllt werden, dienen aber ebenso dazu, Dinge im Traum auszuprobieren, die im Wachzustand nur schwierig oder gar nicht möglich sind; dazu gehören verblüffenderweise auch das Erlernen eines Instrumentes oder das Training einer sportlichen Körperkoordination.
Auch Angsttherapien sind möglich, beispielsweise, um Ängste durch eigenes Erleben zu bewältigen.

Erotische Träume sind also tatsächlich erlernbar; doch wer das noch nicht kann, der wird sich wohl weiterhin darüber freuen müssen, wenn er mal zufällig von einem überrascht wird.
Wer sich weiter mit diesem Thema beschäftigen möchte, wird in den Suchmaschinen bei den Stichworten “luzides Träumen” oder “Klartraum” schnell viele interessante Details finden.













